Übergewicht bei Hund und Katze

Wie bei uns Menschen leiden auch immer häufiger unser Fellnasen an Übergewicht, was zu einer verringerten Lebensqualität und Lebenserwartung führt.

Hier mal eine kleine Auflistung von möglichen Nebenwirkungen durch Übergewicht:

  • Bluthochdruck
  • Atem Schwierigkeiten
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Arthritis, Bandscheibenvorfall, Kreuzbandri …
  • Herzerkrankungen
  • Diabetes
  • Schieldrüsenerkrankungen
  • Harn-, Nieren, Gallensteine
  • Fettleber
  • Blaseninfekt
  • Inkontinenz
  • Mammatumore
  • Ekzeme

Nach dieser Aufzählung sollte glaublich für jeden ersichtlich sein, wie gesundheitsschädlich Übergewicht ist und das mit einem guten Futtermanagement und genügen Bewegung unseren Fellnasen viel Schmerz und Leid erspart werden kann. Überfütterung ist zwar meist gut gemeint aber eigentlich Tierquälerei.

Woran erkenne ich, ob mein Tier über- oder untergewichtig ist?

Der Body Condition Score ist eine einfache Messung durch Abtasten und ansehen ihrer Fellnase, um den aktuellen Gewichtszustand einzuschätzen.

BCS 1 Stark untergewichtig
Hund: Rippen, Beckenknochen und alle knöchernen Vorsprünge schon aus Entfernung sichtbar (bei kurzhaarigen Tieren); kein tastbares Körperfett und keine Muskelmasse.
Katze: Rippen sichtbar (bei kurzhaarigen Tieren), Fett nicht tastbar, Lendenwirbel- und Beckenknochen deutlich erkennbar, Bauchlinie ist stark eingezogen, Verlust der Muskulatur.

BCS 2 Untergewichtig
Hund: Rippen leicht zu ertasten, Fett wenig vorhanden, Dornfortsätze der Lendenwirbel und die Beckenknochen treten hervor, Taille ausgeprägt.
Katze: Rippen leicht tastbar, haben eine minimale Fettabdeckung; Lendenwirbel und Taille deutlich sichtbar.

BCS 3 Normalgewichtig
Hund: Rippen haben etwas Fettablagerung und sind leicht tastbar, Rückenwirbel nicht zu sehen, erkennbare, aber nicht ausgeprägte Taille, Bauchlinie ist eingezogen.
Katze: Rippen etwas mit Fett abgedeckt und leicht ertastbar, Wirbelsäule ist nicht sichtbar, etwas Fett am Bauch, Bauchlinie vorhanden, Taille nicht übermässig auffallend.

BCS 4 Übergewichtig
Hund: Rippen und Rückgrat sind schwer ertastbar und haben einen starken Fettüberzug, Fettablagerungen im Lendenwirbelsäulenbereich und am Schwanzansatz, Taille schwer erkennbar.
Katze: Rippen kaum tastbar, mässige Fettabdeckung, Bauch ist deutlich gerundet, Bauchfett vorhanden.

BCS 5 Stark übergewichtig
Hund: Rippen und Rückgrat sind schwer ertastbar und haben einen starken Fettüberzug, Fettablagerungen im Lendenwirbelsäulenbereich und am Schwanzansatz, Taille schwer erkennbar.
Katze: Rippen kaum tastbar, mässige Fettabdeckung, Bauch ist deutlich gerundet, Bauchfett vorhanden.

Bei windhundeartigen Rassen darf man die Rippen sehen, ohne dass diese Untergewichtig sind.
Bei Unsicherheiten Fragen sie doch gerne beim Tierarzt oder anderen Fachkräften nach.

Eine weiter einfache Methode ist, dass regelmässige Wägen und überprüfen vom Gewicht, dabei ist es wichtig, das Idealgewicht seiner Fellnase zu kennen. Zum Wägen eignen sich bei kleineren Tieren eine normale Personenwaage, auf die sich mit ihrer Fellnase im Arm gemeinsam daraufstellen können und anschliessend ihr Gewicht abziehen. Oder beim Tierarzt und mittlerweile auch in vielen Tiershops gibt es extra Waagen, auf welchen ihr eure Fellnase gratis wägen könnt. Ab 10%-20% über dem Idealgewicht gilt eure Fellnase als übergewichtig alles über 20% als stark übergewichtig.

Wie kann ich Übergewicht vorbeugen oder reduzieren?

Wichtig ist es, den Gewichtszustand eurer Fellnase regelmässig zu überprüfen und bei Übergewicht eine langsame und kontrollierte Diät am besten in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt oder einer anderen Fachperson durchzuführen und bei Übergewicht eine langsame und kontrollierte Diät am besten in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt oder einer anderen Fachperson durchzuführen. Zu schnelles Abnehmen kann zu gesundheitlichen Problemen führen gerade stark übergewichtige Katzen neigen bei zu schnellem Abnehmen zu einer lebensgefährlichen Leberinsuffizienz.

Hier noch ein paar Tipps, um das Gewicht eurer Fellnase im Griff zu behalten.

  • Achte auf ein am Tier angepasstes Futter (Alter, Aktivitätsgrad, Kastration …)
  • Achtet auf die Futtermenge und passt diese am Kalorienverbrauch eurer Fellnase an, ein Sporthund wird deutlich mehr Kalorien benötigen als ein gemütlicher Familienhund.
  • Rechnet Leckerlis und Kausnacks in der Futterration mit ein, beziehungsweis zieht sie von der Futtermenge ab.
  • Sorgt für genügend Bewegung
  • Lasst eure Fellnase sich das Futter verdienen mit z.B. Suchspiele, Leckerli werfen, Futterbeutel abortieren … Das sorgt für mehr Bewegung und macht auch Spass.
  • Bei Katzen eignet sich ein erhöhter Futterplatz zum Hochklettern und gerade Trockenfutter eignet sich super um es in Fummelbretter, Karton oder in der Wohnung zu verstecken und schafft so zusätzliche Bewegungsanreize, verlangsamte Futteraufnahme und eine natürlich Beschäftigung.
  • Klärt Familie und Bekannte über Übergewicht auf, um heimliches zustecken von Leckereien zu verhindern.
  • Bei schlechtem Gewissen oder Betteln eure Fellnase, denkt daran, dass ihr ihm mit einer kontrollierten Fütterung oder Diät Schmerzen erspart und ein möglichst langes und gesundes Leben ermöglicht mit vielen schönen gemeinsamen Momenten.
  • Bei Mehrtierhaushalt, stell das Futter von den anderen Tieren weg oder benutzt einen Futterautomaten, der per Chip gesteuert wird, gerade für Katzen ist dies oft eine ideale Lösung, da diese im Gegensatz zum Hund optimalerweise mehrere kleine Portionen über Tag/Nacht verteilt fressen.

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