Anzeichen von Schmerzen und Ermüdung bei Hunden

In der Freien Natur überleben in der Regel nur die stärksten und gesundesten Tiere auf Dauer. Schwäche zu zeigen kann einem schnell zum Verhängnis werden. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum unsere Hunde sich Schmerzen oft lange nicht anmerken lassen. Unsere Hunde wollen uns gefallen und überspielen ihre Schmerzen oder Müdigkeit oftmals, sei es beim Training, beim Wandern oder Zuhause. Ich glaube jeder der schon einmal einen alten Hund hatte, kennt es man geht z. B. Wandern, der Hund freut sich rennt umher, bewegt sich mehr als gewöhnlich und am nächsten Tag kann er vor Schmerzen kaum noch laufen. Der Hund hat sich überanstrengt. Es ist oft schwer zu erkennen, wann genau der Hund sich überanstreng, wenn er doch immer noch schwanzwedelnd dem Stöckchen hinterherrennt. Meistens merkt man es erst am nächsten Tag. Auch im Training spielt das Thema Anstrengung/ Überanstrengung eine wichtige Rolle, denn nur wer an seine Grenzen geht kann wachsen. Gleichzeitig ist ein Übertraining auch schädlich und führt zu Leistungsabbau.

Auch wenn sich der Hund nicht viel anmerken lässt, gibt es verschiedene kleine Anzeichen von Schmerzen und Ermüdung. Die jeder Hundebesitzer kennen sollte um Schmerzen, Krankheiten, Überanstrengung… rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

Ermüdungszeichen:

  • abnehmende Motivation
  • Zittern
  • extremes Hecheln
  • Kompensationen (z.B. Der Hund hat eine schwache Hinterhand und stützt sich immer mehr auf die Vorderhand, da die Hinterhand keine Kraft mehr hat).
  • Unkonzentriertheit, Fehler häufen sich.
  • Meideverhalten/ Stress / (Der Hund vermeidet es den Menschen, Trainingsgerät… anzusehen oder geht sogar weg)
  • Überschusshandlungen (z. B. der Hund beisst ins Trainingsmaterial)
  • Der Hund wird hibbelig, unruhig und überdreht sich.
  • Der Hund verweigert sich. (z.B. legt sich hin, will nicht weitergehen. Oder will eine Übung nicht machen).
  • Ablenken (z.B. der Hund führt erlernte Tricks aus um von dem abzulenken, was eigentlich verlangt wird).

Schmerzzeichen:

  • Extremes Hecheln
  • Lecken
  • Schmatzen
  • Gähnen
  • Schonhaltungen (Will gewisse Körperstellen nicht oder kaum belasten)
  • Hinken
  • Verweigerung
  • Appetitlosigkeit
  • Angespannter Körpertonus
  • Wesensveränderungen
  • Bewegungsunlust
  • Verkriecht sich
  • Weicht Berührungen aus

Wichtig diese Anzeichen können, müssen aber nicht ein Hinweis auf Müdigkeit oder Schmerzen sein. Jeder Hund ist anders, deshalb ist es wichtig seinen Hund und dessen Gewohnheiten gut zu kennen und bei Veränderungen gut hinzuschauen.

Hier noch ein paar typische Beispiele die im Alltag oft übersehen werden.

Ein Hund der sich immer gerne an den Ohren kraulen lässt, wendet auf einmal seinen Kopf ab, wenn er gestreichelt wird. Später stellt sich heraus, dass er eine schmerzhafte Ohrenentzündung hat.

Ein Hund der sich immer auf beide Seiten hingelegt hat, legt sich zum Schlafen nur noch auf eine Seite. Später stellt sich heraus, dass er Gelenkprobleme hat und Schwierigkeiten hat von der anderen Seite aufzustehen.

Ein Hund der nie Pass gelaufen ist, läuft jetzt sporadisch immer mal wieder Pass meistens am Ende des Spaziergangs. Später stellt sich heraus, dass er ein fortschreitendes Hüftproblem hat