Alter Hund und wie weiter?

Das alt werden ist ein natürlicher Prozess, welcher sich nicht aufhalten lässt, es gibt jedoch eine Vielzahl von Möglichkeiten, um die Altersbeschwerden zu lindern, und den fortschreitenden Abbau ein wenig zu verlangsamen.

Bewegung/ Fitness
Wer rastet der rostet, regelmässige Bewegung hält mobil, die Gelenke geschmeidig und die Muskulatur aufrecht. Wichtig dabei ist, dass die Bewegung am Gesundheitszustand eurer Fellnase angepasst ist. Überbelastendes/ falsches Training kann gesundheitsschädlich sein. Viele alte Hunde kämpfen vor allem mit der Koordination, Gleichgewicht und zunehmenden Muskelabbau in der Hinterhand. Weshalb einfache Koordinationsübungen wie z.B. über verschiedene Untergründe zu laufen und Übungen für die Hinterhand z. B. Sitz- steh -sitz oder isometrische Übungen Ideal sind. Ein gutes Warm-up und Cole-down vor- beziehungsweis nach einem grösseren Spaziergang, spielen, Training… ist schmerzlindernd und verringert Muskelkater und Arthrosenschmerzen, gerade Hunde mit Arthrose, was nahe zu fast jeden alten Hund betrifft, profitieren von mehrmals täglichen kurzen leichten Übungen, welche die Gelenke warm und beweglich halten, so wie lange Ruhepausen und die damit verbundenen Anlaufschwierigkeiten verhindert.

Massagen und Wärme
Massagen und wärme sind durch ihre durchblutungsfördernden und muskelentspannende Wirkung schmerzlindernd. Eine Wärmeflasche oder sanfte Massage der schmerzenden Gelenke, nach einer längeren Ruhepause können Steifheit und Einlaufschmerzen verringern.

Gepolsterte Schlafplätze
Im alter nimmt die Substanz (Muskelmasse, Fett…) Um die Gelenke ab, beim liegen auf hartem Boden kann es zu schmerzenden Druckstellen kommen. Ein gepolstertes idealerweise orthopädisches Hundebett hilft, dies und das schnelle abkühlen der Gelenke auf kaltem Boden zu verhindern. Alternativ kann auch eine Schaumstoffmatte mit einer Decke darüber verwendet werden.

Ernährung und Nahrungsergänzung
Mit einer Gesunden, an den Kalorienbedarf des Hundes angepassten Ernährung, kann Übergewicht vermieden werden und die Gelenke, Stoffwechsel, Organe… optimal versorgt werden. Diverse Nahrungsergänzungen wie z. B. Grünlippenmuscheln und Teufelskrallen können zur Unterstützung und Schmerzlinderung hilfreich sein.

Medikamente und Schmerzmittel
Je nach Beschwerden können Medikamente und Schmerzmittel helfen, die Lebensqualität zu erhalten.

Hundefitness, wie oft sollte ich trainieren?

Das kommt ganz auf das Trainingsziel und auf das Hunde-Menschteam drauf an.

Möchte ich bei einem alten Hund den Muskelstatus und die Beweglichkeit möglichst lange erhalten. Macht es mehr Sinn mehrmals täglich kleine leichte Übungen einzubauen anstelle eines 1-2x wöchentlichen grossen Training. Ich glaube, jeder der schon einmal einen alten Hund hatte, kennt es, dass der Hund nach einer längeren Ruhephase sich schwertut aufzustehen, steif ist oder zum Teil sogar hinkt. Auf dem Spaziergang wird es nach 5-10 Min besser, er läuft sich ein, die Gelenke, Muskulatur … werden warm, die Synovia wird flüssiger. Für diese Hunde ist es angenehmer und auch schmerzlindernd, denn ganzen Tag über immer wieder kleine Übungen einzubauen, um die Ruhepausen ohne Bewegung nicht zulange werden zu lassen.

Möchte ich zum Plausch und zur Gesundheitsförderung ein wenig Hundefitness machen. Können viele Übungen auf dem Spaziergang eingebaut werden oder 1x pro Woche ein richtiges Training.

Möchte ich bei einem gesunden Hund effektiv Muskulatur aufbauen. Machen 2-3 Trainingseinheiten pro Woche Sinn. Wichtig ist, darauf zu achten, genug Pausen und Erholungsphasen einzubauen. Denn der Muskel wächst in der Ruhezeit, Übertraining führt zu Muskelabbau und ist gesundheitsschädigend. Nach einem Anstrengenden Training sollte der Hund eine Pause von 24-48 Stunden haben. Ausser es werden verschiedenen Muskelgruppen trainiert, dann kann die Pause zwischen den Trainingseinheiten auch kürzer ausfallen. Zum Beispiel Montag: Training der Vorderhandmuskulatur, Dienstag Joggen und Mittwoch Training der Hinterhand. 1-2 Ruhetage pro Woche würde ich immer einbauen, damit der Körper sich richtig regenerieren kann. Wer über sich hinauswachsen will, der muss an seine Grenzen gehen. Das gilt auch für die Muskulatur und bedeutet, dass ein gutes Training für den Hund auch anstrengend sein darf, sogar soll, wir aber gleichzeitig darauf achten müssen, ihn nicht zu überfordern. Die Hunde wollen uns gefallen, wer schwäche zeigt, wird in der Natur nicht lange überleben. Weshalb sie ihre Erschöpfung oft gut verstecken. Umso wichtiger ist es, unsere Hunde gut zu kennen, um Ermüdungszeichen oder auch Schmerzeichen rechtzeitig erkennen zu können. (Wer dazu mehr wissen möchte, kann gerne meinen letzten Blogbeitrag dazu lesen).

Läuft der Hund im Hundesport und die Hundefitness wird zur Gesundheitserhaltung und Leistungssteigerung betrieben. Kommt es stark darauf an, was und wie oft bereits trainiert wird. Wichtig dabei ist es, immer zu überlegen, welche Fähigkeiten, welche Muskeln braucht es und welcher Belastung ist der Hund ausgesetzt. Um daraus einen geeigneten Trainingsplan auszuarbeiten, damit das volle Leistungspotenzial des Hundes ausgeschöpft wird, ohne dass, es auf die Kosten seiner Gesundheit geht.

Fazit: Wie oft trainiert wird, ist sehr individuelle und hängt von vielen Faktoren ab. Daher Gehirn einschalten beim Trainieren. Gutes Training kann einen Hund lange gesund und fit halten aber zu wenig Bewegung, falsche Bewegung oder Übertraining können genau das Gegenteil bewirken.