Die Zehen des Hundes bestehen aus 3 Gelenken:
1. Das Zehengrundgelenk/ Artt. metacarpophalangea
2. Das Zehenmittelgelenk/ Artt. interphalangea proximalis
3. Das Zehenendgelenk/ Artt. interphalangea distalis

Das Zehengrundgelenk ist ein zusammengesetztes Scharniergelenk, bestehend aus dem ossa metatarsalia (Handwurzelmittelknochen), einem Sesambein und dem Phalanx proximalis (Grundglied).
Das Zehenmittelgelenk ist ein einfaches Sattelgelenk, das aus dem phalanx proximalis (Grundglied) und dem phalanx media (Mittelglied) besteht.
Das Zehenendgelenk ist ebenfalls ein einfaches Sattelgelenk und besteht aus dem phalnax media (Mittelglied) und den phalanx distalis (Endglied).

Die 3 Gelenke werden durch diverse Bänder miteinander verbunden und stabilisiert.
An den Vorder- und Hinterpfoten gibt es, grob gesagt, je 2 Streck- und 2 Beugemuskeln sowie kleine Zwischenzehenmuskeln.
Die beiden mittleren Zehen sind etwas länger und kräftiger, sie tragen die Hauptlast und sind daher besonders anfällig für Verletzungen oder Arthrose.
Manche Hunde besitzen an der Hinterpfote eine fünfte Zehe, die Afterkralle, die jedoch im allgemeinen nicht muskulär verbunden ist und daher keine Funktion hat.
Die Hundepfote hat eine Vielzahl von Funktionen:
– Bodenhaftung
– Stabilität
– Stossdämpfung
– Schutz; Die Haut an den Ballen ist, viel dicker als die restliche Haut und bietet daher Schutz vor Verletzungen und Temperaturen.
– Bremswirkung; An den Vorderpfoten befinden sich die Handwurzelballen, welche dem Hund helfen zu bremsen.
– Wahrnehmung; An den Pfoten befinden sich viele Tastrezeptoren, durch die der Hund die Bodenbeschaffenheit, Temperaturen… fühlen kann.
– Kommunikation; In den Hundepfoten sitzen Duft- und Schweissdrüsen, über welche der Hund Duftstoffe abgeben kann.
Um Krankheiten und Verletzungen beim Hund vorzubeugen, ist eine gute Pflege der Pfoten unerlässlich, denn schon kleine Schonhaltungen/ Fehlstellungen haben Auswirkungen auf alle folgenden Gelenke und den gesamten Körper.
Präventionsmassnahmen:
– Regelmässige Kontrolle der Krallen, zu lange Krallen schneiden.
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Auf dem Video kann man ganz gut erkennen, wie starke Auswirkungen, so etwas kleines wie zulangen Krallen haben kann.
– Regelmässige Kontrolle der Ballen. Trockene und riesige Ballen lassen sich in der Regel gut mit Pfotenbalsam Behandeln.
– Schutz bei starker Belastung. Gerade wer im Sommer bei 30° länger Strecken auf Asphalt läuft, sollte sich Gedanken über Pfotenbalsam, Pfotenschuhe oder Socken machen. Das selbe gilt auch im Winter bei langen Strecken über gesalzenen, gefrorener, rauem Schneeuntergrund. Schlittenhund haben bei Rennen auch meistens einen Schutz drauf.
– Aufwärmen der Pfoten vor sportlichen Aktivitäten oder Spielen. Generell ist es sinnvoll den Hund die ersten paar Minuten zu Beginn des Spaziergangs ein wenig warm laufen zu lassen, bevor man ihn los toben lässt.
– Verschiedene Untergründe, wie Waldboden, Wiese, Kies… trainieren die Muskeln, Wahrnehmung und Koordination. Ein Hund mit einem guten Gefühl für seinen Körper hat ein geringeres Verletzungsrisiko, als ein Hund mit einem schlechten Körpergefühl.
– Gesundes Körpergewicht, Übergewicht führt zu mehr Belastung auf die Gelenke und Pfoten.
Krankheiten der Zehengelenke:
– Zehengelenks Arthrose
– Verstauchungen/ Distorsion
– Schnittverletzungen, Fremdkörper
– Krallenverletzungen
– Sehen- und Bänderverletzungen
– Sesambeinbruch und/ oder Zehengelenksbrüche
– Fehlstellungen
– Durchtrittigkeit
