Belastungen im Hundesport


Agility

Bewegung ist wichtig, um unsere Fellnasen möglichst lange gesund zu halten. Hundesport macht Spass und ist eine gute Möglichkeit, um den Hund auszulasten, jedoch sollten wir uns bewusst sein, welche Belastungen und Anforderungen die unterschiedlichen Sportarten auf den Hundekörper haben und dies im Training berücksichtigen, um unsere Fellnase auch wirklich lange Gesund und Leistungsstark zu erhalten.

Heute nehmen wir mal die beliebte Sportart Agility unter die Lupe.
Der Hund absolviert möglichst schnell einen Parkour mit Hürden, Reifen, Sprüngen, Slalom, Wippen, A- Wand/ Schrägwand und Tunnel. Der Hund benötigt viel Schnellkraft und Koordination, um durch den Parkour zu kommen, durch die Sprünge und engen Wendungen ist vor allem die Vorhand sowie die Wirbelsäule starker Belastung ausgesetzt.

Hier einmal die Hindernisse Einzel angeschaut.
Sprünge:
Benötigt: Koordination, um den richtigen Absprung zu finden, Schnellkraft und Beweglichkeit.
Belastung: ganze Vorderhand inklusive Zehen und Rücken.
Vorbeugende und entlastende Massnahmen: Gutes Warm-up (inklusive Zehengelenke), viel Training von Koordination, gute Sprungtechnik, Kräftigung der Vorhand, Dehn- und Entspannungsübungen für die Vorhand.

Slalom:
Benötigt: Koordination, Schnellkraft und Beweglichkeit
Belastung: Wedeln (gesprungene Technik mit beiden Beinen gleichzeitig) Hauptbelastung auf Wirbelsäule. Fädeln (gelaufene Technik, nur dass äussere Bein wird durch ein Tor platziert.) belastendere Variante, da durch die s- förmige Biegung die Bandscheiben stark belastet werden und es zu einem zusätzlichen Drehmoment in den Vorderbeinen kommt.
Vorbeugende und entlastende Massnahmen: Gutes Warm-up, Mobilisation der Wirbelsäule, bei Wedeln Training von Sprungkraft zur Seite, bei Fädeln Training von Stützkraft zur Seite, Entspannung von Rückenmuskeln und Aktivierung der Schulterblattstabilisatoren.

A Wand/ Schrägwand:
Benötigt: Koordination, Schnellkraft und Beweglichkeit.
Belastung: ganze Vorderhand und Rücken, häufige Verletzungen von Krallen und Zehengelenke.
Vorbeugende und entlastende Massnahmen: Gutes Warm-up (inklusive Zehengelenke), Training von Schubkraft der Hinterhand, Koordinationstraining, Dehn- und Entspannungsübungen für die Vorhand.

Wippe/ Laufsteg:
Benötigt: Koordination (Balance) und Schnellkraft.
Belastung: ähnliche Belastung wie beim Sprung, durch die Bremsbewegung. Der Hund stoppt mit beiden Vorderbeinen gleichzeitig, wenn die Wippe kippt, spannt sich der Hund komplett an, um sich ausbalancieren zu können. (Hauptbelastung Vordergliedmasse, Stauchungen- und Krallenverletzungen häufig.)
Vorbeugende und entlastende Massnahmen:
Gutes Warm-up (inklusive Zehengelenke), Training von Koordination/ Balance, Kräftigung der Vorhand, Dehn- und Entspannungsübungen für die Vorhand.

Tunnel:
Benötigt: Koordination und Schnellkraft.
Belastung: Rücken bei grossen Hunden, je nach Tunnel Belastung der Pfoten durch Material/Nähte, so wie Gefahr von Prellungen durch für den Hund nicht sichtbaren Kurven.
Vorbeugende und entlastende Massnahmen: Gutes Warm-up, Training von rechtzeitigem ducken und Gegenbewegung dazu.

Fazit:
Durch die vielen schnellen Stopps, Sprüngen und Richtungsänderungen ist Agility ein sehr anspruchsvoller Sport. Bei einem gesunden, ausgewachsenen Hund mit kleinschrittigem Aufbau, der einzelnen Hindernissen, (gute Technik vor Tempo), mit dem richtigen Muskelaufbau und einem guten Warm-up und Cole-Down eine tolle Möglichkeit, um richtig auszupowern.

Für grosse, massige Hunde ist der Sport nicht zu empfehlen, da die Belastung auf den Gelenken durch das Körpergewicht schon viel höher ist, und die Grösse bei den Slalomstangen und zum Teil auch Tunnels leider nicht berücksichtigt werden. Leichtes Plauschagility mit wenig Tempo, klein Sprüngen, grossen Tunnels und an der Grösse angepassten Abstände der Slalomstangen, sollte bei Berücksichtigung der oben genannten Faktoren nicht Gesundheitsschädigenden sein. Das Gleiche gilt auch für Junghunde, bis das Wachstum komplett abgeschlossen ist.

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